Allgemeines

An der GGemS arbeiten im Bereich der sozialpädagogische Zusatzbetreuung Lutz Maxwitat sowie Amrei Becker (Bereich Grundschule). An dieser Stelle finden Sie demnächst einen Bericht über die Arbeit an der GGemS.

Themen der sozialpädagogische Zusatzbetreuung sind u.a.

Sexualpädagogik

Seit dem Schuljahr 2005 findet jährlich ein mehrtägiges Seminar für die neunten Jahrgangstufen zum Thema Sexualpädagogik statt. Ausschlaggebend hierfür war die Initiative einer Mitarbeiterin der AWO -Familienberatungsstelle in Eutin. Sie arbeitet dort als Beraterin in dem Bereich Schwangerschaftskonfliktberatung und Bundesstiftung „Mutter und Kind“. Dort beschäftigte sie sich zunehmend mit Fällen von schwangeren Schülerinnen im Alter von 13 bis 15 Jahren. Sie nahm daher Kontakt zum Mitarbeiter der sozialpädagogischen Zusatzbetreuung auf, mit dem Wunsch einer gemeinsamen Bestandsaufnahme aller Unterrichtseinheiten zum Thema Sexualpädagogik sowie der Gestaltung einer Präventivmaßnahme zu diesem Themenbereich. So wurden schwerpunktmäßig Inhalte zu den Themen Verhütung, Partnerschaft, das „erste Mal“, Mutterschaft bzw. Vaterschaft, Geschlechterrollen und sexuelle Orientierung gewählt. Als weitere Rahmenbedingung zur Durchführung war wichtig, die Seminartage außerhalb der Schule zu organisieren. Hauptgrund hierfür ist, dass ein prozesshaftes Arbeiten in der Schule aufgrund der dort gegebenen Rahmenbedingungen nur bedingt möglich ist. Daher wurde als Ort das Bürgerhaus der Gemeinde Scharbeutz gewählt, in dem sich geeignete Seminarräume befinden.

 

Ziele

Die Arbeit mit den Jugendlichen basiert auf einem bestimmten Sexualverständnis, dass ich an dieser Stelle kurz erläutern möchte und vor dessen Hintergrund wir unsere Seminartage mit den Schülern geplant haben. Der Mensch ist ein sexuelles Wesen. Sexualität wird gelernt, geformt und ist veränderbar, dass heißt die Sexualität hat sich weitgehend von den Hormonen „emanzipiert“. Wir verstehen Sexualität als Quelle von Lebensenergie und Lebensfreude. Sie ist ein Teil aller Lebensbereiche und damit nicht allein auf die Intimsphäre beschränkt, sondern sie spielt überall dort eine Rolle, wo Menschen sich begegnen, also auch in der Schule. Eine der wichtigsten Phasen ist dabei ohne Zweifel die Pubertät, für deren Alterstufe die Seminare angelegt sind.

Folgende Lernziele werden von uns verfolgt:

In Bezug auf Kommunikation 

  • Sprachfähigkeit in Bezug auf Themen und Erfahrungen im Bereich Sexualität entwickeln
  • offen und respektvoll reden, ohne die eigene Person, die anderen oder das Thema abzuwerten 
  • eigene Grenzen und die Grenzen der anderen im Reden und Erleben beachten


In Bezug auf kognitive Aspekte 

  • Wissen über Sexualität erwerben 
  • den herkömmlichen Sexualitätsbegriff erweitern 
  • die Vielfalt individueller sexueller Empfindungen und Verhaltensweisen respektieren 
  • sich mit gesellschaftlichen oder gruppenspezifischen Normen und Klischees über Sexualität auseinandersetzen 
  • die Geschlechterrollen hinterfragen, differenzieren und erweitern •

In Bezug auf Selbstwahrnehmung und Verhalten 

  • die Fähigkeit zur sinnlichen Wahrnehmung weiterentwickeln bzw. verfeinern 
  • eigene Wünsche und Grenzen wahrnehmen und vertreten  lernen, klar nein und ja zu sagen 
  • den eigenen Körper und die sexuellen Bedürfnisse akzeptieren 
  • eigene Ängste wahrnehmen, äußern und klären lernen 
  • Sexualität als eine wichtige Quelle für Lebensfreude begreifen 
  • Neugier und Experimentierfreude mit Respekt für eigene und fremde Grenzen entwickeln 
  • ein positives Verständnis von „Weiblichkeit“ und „Männlichkeit“ und der eigenen Geschlechterrolle entwickeln 
  • Verantwortung für Folgen eigenen Verhaltens übernehmen

 

Organisation

Geleitet wird das Seminar von der Mitarbeiterin der AWO – Eutin und dem Mitarbeiter der sozialpädagogischen Zusatzbetreuung. Teilnehmer sind die Schüler der neunten Jahrgangsstufen. Die Seminarzeiten sind von 8:00 – 13:00 Uhr. Im Gegensatz zu den Pausenzeiten der Schule werden die Pausen innerhalb des Seminars frei und nach Bedarf gewählt. Die Seminarräume im Bürgerhaus ermöglichen eine Arbeitsform in mehreren Kleingruppen, wie sie für die inhaltliche Arbeit eines Sexualpädagogikseminars unabdingbar ist. Folgende Unterrichtsmethoden kommen überwiegend zum Tragen: Rollenspiel, Einzelarbeit, Partner- oder Gruppenarbeit, Videoeinsatz, Referate und Vorträge. Die Klassenleitungen der Schulklassen nehmen nicht am Seminar teil.

 

Folgende Arbeitsmaterialien liegen unserer Arbeit überwiegend zugrunde.
1. Sexualpädagogik. Aids- Prävention vom IPTS Schleswig Holstein
2. Aids Mappe, zum Umgang mit Aids in der Jugendarbeit, herausgegeben vom Deutscher Bundesjugendring, ISBN 3-88203-131-x
3. diverse Unterrichtsmaterialien der BZgA, siehe Medien und Materialliste für Sexualaufklärung und Familienplanung

Stand Scharbeutz den 30.10.09

Streitschlichter

Streitigkeiten und Konflikte unter Schülern kommen tagtäglich in der Schule vor und lassen sich kaum vermeiden. Dies ist nicht weitergehend beunruhigend, wenn - und nur wenn - sie unter Vermeidung von Gewalt und Aggressionen ausgetragen werden. Schule hat nicht nur den Auftrag der Bildungs- und Wissensvermittlung, sondern auch die Aufgabe des sozialen Lernens übernommen. So kam im Schuljahr 2004/2005 von Lehrern und Schülern der Wunsch auf, eine Streitschlichterausbildung für Schüler an unserer Schule durchzuführen. Daraufhin wurde in jenem Schuljahr im Rahmen eines Wahlpflichtkurses der Realschule für die 9 und 10 Klassenstufen ein Streitschlichterkurs mit 20 Schülern durchgeführt. Geleitet wurde er von einer Lehrerin und dem Mitarbeiter der sozialpädagogischen Zusatzbetreuung, die diese Aufgabe bis zum diesjährigen Schuljahr durchführen. Da es keinerlei Erfahrungen mit einem Streitschlichterkurs und der Umsetzung an unserer Schule gab, wurde sozusagen ins „kalte Wasser gesprungen“. In diesem Jahr wird der 6. Streitschlichterkurs für Schüler angeboten und hat sich in dieser Zeit permanent weiter entwickelt und sich zu einem festen Bestandteil unserer Schule etabliert.

 

Ziele

Die Schlichterschulung hat die Aufgabe im Rahmen des Schulentwicklungsprozesses zur Verbesserung des Schulklimas beizutragen. Die Schlichterschulung beruht auf dem Gedanken der Mediation und der Stärkung der Verantwortung von Schülern. Voraussetzung ist ein Konsens im Lehrerkollegium und die Bereitschaft der Lehrer, die Schüler zu befähigen, ihre Probleme untereinander selbst zu regeln und ihre Konflikte selbstständig zu lösen. Die meisten Konflikte in der Schule werden von Lehrern „zwischen Tür und Angel“ gelöst, ohne die genügende Zeit, dass die Streitparteien ausreichende Gelegenheit erhalten, sich dazu zu äußern. Oft gehen aus den Konflikten Sieger und Besiegte hervor, und der unterschwellige Kampf geht weiter. Streitschlichtung durch Schüler basiert auf dem Gedanken, dass Kinder und Jugendliche zu ihresgleichen mehr Vertrauen als zu Erwachsenen haben und daher eher bereit sind zu erzählen, worum es beim Streit ging. Der Grundgedanke besteht darin, dass ältere Schüler jüngeren Schülern Hilfestellung geben und ihnen zeigen, wie sie ihre Konflikte ohne Gewalt lösen können Die vorrangigen Ziele für Schüler bestehen darin:

  • neue Verhaltensweisen zu lernen 
  • Alternativen zum gewohnheitsmäßigen Schlagen zu entwickeln
  • reflexiver und sensibler im Umgang mit ihren Klassenkameraden umzugehen
  • sich in andere hineinzuversetzen • lernen, die Folgen ihres Tuns zu akzeptieren
  • lernen selbstverantwortlich mit ihren Konflikten umzugehen 
  • lernen, Lösungen zu finden, die es ihnen gestatten, in Zukunft wieder friedlich miteinander umzugehen 
  • lernen, ihre Konflikte selbst zu lösen, ohne Hilfe der Erwachsenen

 

Organisation

Die Schüler, die sich bei ihrer Wahl eines Kurses für eine Streitschlichterschulung entschieden haben, werden pro Woche jeweils 2 Unterrichtsstunden unterrichtet. Hinzu kommt am Anfang des Schuljahres ein zweitägiges Seminar mit Übernachtung. Hier erhalten die Schüler eine Kompaktschulung, damit sie so schnell wie möglich in die für sie vorgesehenen Klassen gehen können. Die Streitschlichter werden grundsätzlich in der Grundschule eingesetzt. Grund hierfür ist, dass die Streitschlichter durchschnittlich im Alter von 14 bis 15 Jahren sind. Durch den verhältnismäßig großen Altersunterschied ist die Akzeptanz der Grundschüler gegenüber den Streitschlichtern sehr hoch. Um ein besseres Vertrauensverhältnis zwischen den Streitschlichtern und den zu betreuenden Grundschülern zu gewährleisten, betreuen jeweils zwei Kursteilnehmer eine bestimmte Grundschulklasse für jeweils ein Schuljahr. Zu einer festgesetzten Wochenstunde, die parallel zu den Stunden des Streitschlichterkurses liegt, besuchen die Streitschlichter jeweils für zehn Minuten den Unterricht. Hier erfragen sie die Situation in ihrer Klasse und können bei vorliegenden Konflikten, diese mit den betroffenen Grundschüler klären. Die Klassenleitung ist während dieser Unterrichtsstunde anwesend, da auch dies durch die Stundenplangestaltung vorgesehen ist. Dadurch ist es möglich, bei schwierigen Problemfällen, eine bessere Lösung zu erzielen. Das Konzept sieht zusätzlich vor, dass die Grundschüler auch während der anderen Wochentage sich bei ihren Streitschlichtern bei Problemen melden können. Die Kursteilnehmer werden während des laufenden Schuljahres kontinuierlich weiter ausgebildet. Die Zeit wird aber auch dazu genutzt, Schwierigkeiten die bei den Streitschlichtungen auftreten zu reflektieren und neue Lösungsansätze zu erarbeiten.

 

Literaturnachweis

1. Schlichter-Schulung in der Schule von Heidrun Bründel und Birgit Amhhoff erschienen im Borgmann Verlag ISBN 3-86145-4
2. Das Schüler-Streit-Schllichter-Programm von Karin Jefferys und Ute Noack erschienen im AOL Verlag ISBN 3-89111-367-6
3. 88 Impulse zur Gewaltprävention von Angelika Plett und Heike Kemski herausgegeben vom IPTS Schleswig Holstein
4. Konflikte selber lösen von K. Faller, W. Kerntke und M. Wackmann erschienen im Verlag an der Ruhr ISBN 3-86072-220-4 Stand 27.10.2009

Trainingsraumkonzept

Vor der Einführung des Trainingsraumkonzeptes an unserer Schule beschäftigen zwei Fragen die Lehrerschaft. Wie kann man mit den zunehmenden Unterrichtstörungen angemessen und geeignet umgehen und andererseits die Schüler stärker eigenverantwortlich denken und handeln lassen. So fiel die Wahl auf ein Konzept, in dem Schüler lernen sollen, dass sie über ihr Verhalten selbst entscheiden und deshalb auch selbst verantwortlich für ihr Handeln sind. Mittlerweise ist das Trainingsraumkonzept ein fester Bestandteil des Schulprogramms und von allen Schulbeteiligten akzeptiert. Das Konzept wird in der inhaltlichen wie organisatorischen Arbeit ständig weiterentwickelt und fortgeschrieben. So gehören z.B. regelmäßige Weiterbildungen für die Lehrkräfte genauso zu Fortführung des Konzeptes, wie Einweisungen für Schüler und Eltern.

 

Organisation

Der Trainingsraum ist an der Grund und Gemeinschaftsschule folgendermaßen organisiert:

• Jeweils von Montag bis Freitag ist der Trainingsraum von der zweiten bis zur fünften Stunde besetzt. Im Notfall wird, wenn möglich, durch andere Lehrkräfte vertreten.
• Die Betreuung wird zur Hälfte von Lehrerkräften sowie zur anderen Hälfte vom Mitarbeiter der sozialpädagogischen Zusatzbetreuung geleistet.
• Die Federführung obliegt dem Mitarbeiter der sozialpädagogischen Zusatzbetreuung. Dies beinhaltet auch alle anfallenden administrativen Tätigkeiten.
• Die konzeptionelle Fortschreibung sowie Fortbildungsangebote werden vom Trainingsraumteam organisiert und durchgeführt.


Weiterführende Literatur

Die Trainingsraummethode, Heidrun Bründel und Erika Simon, erschienen im Beltz Verlag ISBN 3-407-62513-8

Sport gegen Gewalt

Auf Initiative des Kriminalpräventiven Rates der Gemeinde Scharbeutz findet seit 2003 unter dem Motto „Sport gegen Gewalt“ immer donnerstags außerhalb der Ferien von 17.30 – 20.00 Uhr die „Offene Turnhalle Pönitz“ statt. Kinder, Jugendliche, Heranwachsende und junge Menschen bis 27 Jahre können sich hier gemeinsam zum Freisport treffen, miteinander spielen oder ihre Lebenssituation mit den Sozialarbeitern besprechen. Sportschuhe sind erforderlich.

Der Kriminalpräventive Rat der Gemeinde Scharbeutz veranstaltet im Jahr mehrere Fußball-, Handball-, Volleyball- oder Basketballturniere für verschiedene Altersgruppen in der Sporthalle Wiesenweg in Pönitz.

In den Osterferien veranstaltet der Kriminalpräventive Rat der Gemeinde Scharbeutz jährlich eine neuntägige Jugendskireise, in der Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren das Ski- und Snowboardfahren unter Anleitung zertifizierter Ski- und Snowboardlehrer erlernen und weiterentwickeln können. Für Jugendliche, deren Eltern die Kosten nicht alleine tragen können, besteht die Möglichkeit, einen Zuschuss durch das Jugenderholungswerk des Kreises Ostholstein oder die Gemeinde Scharbeutz zu erhalten.

Weitere Informationen zum Thema Sport gegen Gewalt finden Sie unter www.lsv-sh.de/sport-gegen-gewalt

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